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Vereinsausflug nach Mariastein

Chorausflug vom 11. Juni 2006

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Der Kirchenchor besuchte mit dem Schwarzbubenland, Laufental und Leimental für einmal eine Gegend, deren Namen wohl bekannt sind. Trotzdem - die meisten Mitglieder betraten Neuland. Eine goldene Idee der beiden Organisatorinnen.

Morgenstund hat Gold im Mund - das von den beiden Organisatorinnen Marie Auf der Maur und Margrit Schuler gewählte Motto zum heutigen Tage hätte sich nicht besser entfalten können. Zusammen mit den ersten goldenen Strahlen der hinter dem Hochstuckli aufgehenden Sonne trafen wir von allen Seiten auf dem Dorfplatz ein. Aber nicht nur das Motto und die leuchtende Sonne, auch die frohen Gesichter und die gelöste, erwartungsvolle Stimmung verhiessen einen goldenen Tag.

Zwischenhalt in Aarburg
Im bequemen Car der Firma Reichlin liessen wir uns dieses Jahr gegen Nordwesten chauffieren. Das Städtchen Aarburg unmittelbar bei Olten war unser nächstes Ziel. Doch nicht nur der feine Kaffee und die frischen Gipfeli im Restaurant Bären machten den Zwischenhalt lohnenswert, das schmucke Städtchen selbst vermochte uns zu begeistern. Die Burg konnten wir zwar nicht besichtigen, sie wird heute als Heim für straffällig gewordene Jugendliche genutzt. Aber nur schon der Blick auf Städtchen und Aareknie von der ebenfalls auf dem aussichtsreichen Burghügel stehenden Kirche war faszinierend genug.

Mutter Erde kümmert sich nicht um Streitereien - dafür präsentierte sie sich in ihrer schönsten Pracht
Balsthalerklus - Passwang - Schwarzbubenland - Laufental - Leimental - Mariastein, alles an sich geläufige Namen, und doch - wer kennt dieses Gebiet tatsächlich? Im Zusammenhang mit der Gründung des Kantons Jura verlief die jüngste politische Vergangenheit des ehemals zum Kanton Bern gehörenden Laufentals recht turbulent, erst im Jahre 1994 kehrte nach verschiedenen Einsprachen und Abstimmungen Ruhe ein. Seither gehört das Laufental zum Kanton Baselland. Von diesen politisch bedingten Streitereien merkten wir aber ebenso wenig wie vom Kirchenstreit im an unserer Wegstrecke gelegenen Dörfchen Röschenz. Mutter Erde kümmert sich nicht um solch menschliches Gebaren. Sie präsentierte uns einfach ein kleines, malerisches Stückchen ihrer immensen Vielfalt in ihrer schönsten Pracht. Eine liebliche Hügellandschaft, ausgedehnte Wälder, schroffe Schluchten, weite Felder und anmutige Städtchen und Dörfer wechselten sich in rascher und unerwarteter Folge ab. Diese ungeahnte Vielfalt überraschte uns alle, und spätestens in den steilen Kurven des Passwang begannen die Herzen unserer Töff-Freaks noch höher zu schlagen. Ihr Vorsatz war schnell gefasst: "Ein zweiter Besuch dieser Gegend ist sicher, dann aber mit dem Motorrad!".

Mariastein - zweitgrösster Marienwallfahrtsort der Schweiz
Pünktlich trafen wir in Mariastein ein. Der bekannte Wallfahrtsort gehört zur Gemeinde Metzerlen, die zusammen mit sechs weiteren Gemeinden das Leimental, eine Exklave des Kantons Solothurn, bilden. Die Exklave wird vom Kanton Baselland und dem französichen Elsass umschlossen. Metzerlen und unser Dorf Steinen haben eine Gemeinsamkeit: Steinen - das "Chriesidorf", Metzerlen - das "Kirschendorf".
Mariastein ist nach Einsiedeln der zweitgrösste Marienwallfahrtsort der Schweiz. Die ganz besondere Lage des Klosters ist auf dem Weg zum Haupteingang noch nicht ersichtlich: Hier ein flaches Gelände - die Rückseite des Klosters aber auf der äussersten Kante einer schroffen, steilen Felswand. Die Gnadenkapelle befindet sich in einer natürlichen Höhle dieser Felswand. Der Zugang führt durch einen abwärts führenden, an die Felswand gebauten langen Gang. Die Fenster geben teilweise den imposanten Blick in die Tiefe frei.
Wir fanden genügend Zeit für eine umfassende Besichtigung des Wallfahrtsortes, dem Gottesdienstbesuch und dem Apéro vor dem Mittagessen. Das Menü im Hotel Post mundete vorzüglich. Wir erhielten gar überraschenden Besuch. Elisabeth Thüring-Schibig, die Schwester unserer langjährigen Sänger Walter und des unvergesslichen Alois Schibig, gesellte sich zu uns. In ihrer humorvollen Art erzählte sie uns, dass sie bereits 45 Jahre in der Nähe wohnt und dass nicht nur wir die Erfahrung gemacht haben, dass es nicht nur bei uns in der Innerschweiz, sondern auch im Baselbiet "Börter" gebe. Geburtstagskind Franz Suter, der fleissigste unserer fleissigen Sänger, spendierte uns einen Kaffee. Wir bedankten uns mit einem "Happy Birthday ...", und bewiesen unsere gute Laune mit weiteren, mehrstimmigen Liedern.

Museum für Musikautomaten in Seewen SO
Gestärkt mit dem feinen Mittagessen verliessen wir Mariastein in Richtung Seewen SO, der Standortgemeinde des Museums für Musikautomaten. Unterwegs verabschiedeten wir "d'Schibigs Bethli" an ihrem Wohnort Ettingen. Der Nachmittag gehörte nun ganz den Musikautomaten. Mit einem äusserst lebendig gestalteten Museumsbetrieb gelingt es, sämtlichen Interessen gerecht zu werden. Auf einem geführten Rundgang werden Geschichte und Technik der Spielautomaten erklärt, die Musik wird abgespielt. Die Grösse der Musikautomaten reicht vom "Hosensackmodell" bis hin zur nur noch mit einem Lastwagen zu transportierenden Chilbi-Orgel. Der Wert eines Musikautomaten betrug anno dazumal bereits ein Direktorengehalt, entsprechend edel und prunkvoll ist deshalb auch die äussere Erscheinung der Musikautomaten, wahre Schmuckstücke. In einem speziell gestalteten Raum durften wir für ein paar Minuten den Hauch der gehobenen Gesellschaft auf uns einwirken lassen.
Die diesjährige Sonderausstellung führt den Besucher auf eine Reise durch die Welt der Figurenautomaten. Ob nun das spitzbübische Grosseltern-Pärchen, der seifenblasende Bär, der Zauberkünstler, der Orientale auf seinem fliegenden Teppich oder .... oder ....., jeder fand wohl eine Figur, dessen Ausdruck, Originalität oder Tätigkeit ihm besonders zusagte.

Danke für den goldenen Tag
Auf der Heimfahrt fanden wir genügend Zeit, unsere Eindrücke und Erlebnisse des heutigen Tages auszutauschen. Wir waren uns einig, dass unseren beiden Organisatorinnen ein grosses Kompliment gehört, brachten sie doch das Kunststück fertig, uns die Naturschönheiten und das kulturelle Angebot eines Landesteils näher zu bringen, den wir grösstenteils bisher gar nicht oder nur vom Hörensagen kannten. Danke Margrit, danke Marie, es war ein goldener Tag!

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