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W.A. Mozart: Krönungsmesse  << zurück

Missa in C-Dur, KV 317

Mozart war gerade nach dem missglückten Versuch, in Paris und Mannheim Fuss zu fassen, nach Salzburg zu seinem ihm verhassten Arbeitgeber, dem Fürsterzbischof Colloredo zurückgekehrt, als er den Auftrag erhielt, eine Messe zu schreiben. Er hatte sich sehr darüber ereifert, dass die Komposition aufgrund des reformerischen Gottesdienstes zeitlich sehr eingeschränkt war: „Unsere Kirchenmusik ist von der in Italien sehr verschieden, da eine Messe auch beim feierlichsten Anlass nicht länger als dreiviertel Stunden dauern darf, wenn der Fürst sie selber liest“, klagte er einem Freund. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen gelang ihm ein, innerhalb dieses Genres, unvergleichliches 25-minütiges Kleinod. Die Gründe der bis heute ungebrochenen Popularität dieser Messkomposition liegen sicherlich in ihrer sinfonischen Strukturierung, der formalen Geschlossenheit, ihrer Festlichkeit, vor allem aber in der fast volkstümlichen Eingängigkeit ihrer Melodien.

Entstanden ist die "Krönungsmesse" im März des Jahres 1779. Dass sie zu einem festlichen Anlasse Verwendung finden sollte, darauf deutet nicht nur die Tonart, sondern auch die Orchesterbesetzung mit reichlicher Verwendung von Bläsern und Pauken und nicht zuletzt auch die Komposition der an sich dem Priester vorbehaltenen Intonationen des "Gloria" und "Credo". Sing- und Instrumentalstimmen sind höchst virtuos geführt und beweisen einmal mehr Mozarts Meisterschaft im Umgang mit den Klangmitteln. Aussergewöhnlich sind auch 2 thematische Verklammerungen: einerseits die durchaus übliche zwischen "Kyrie" und "Dona nobis", andererseits jene im "Credo", wo "descendit de coelis" und das abschließende "Amen" durch die gleiche Musik inhaltlich miteinander verbunden sind. Mozart hat diese Stellen in anderen Werken anders gestaltet, also gibt es hier keineswegs eine nur so realisierbare musikalische Logik, sondern eine, die sich aus dem Bedenken der inhaltlichen Zusammenhänge ergibt. Das Gloria steht erstmals in Sonatensatzform. Der Kontrast zwischen Orchester und Vokalstimmen prägt diesen Satz, der sich zum Schluss hin in eine CDur- Fanfare der Gesamtbesetzung steigert. Im Credo deklamiert zunächst der Chor den Text auf ein Bläsersignal-Motiv, das sich weiterhin instrumental durch den Satz zieht und somit immer wieder die den Glauben befestigenden Worte in Erinnerung ruft. Im Agnus Dei spannt das "Dona nobis pacem" einen Bogen zum Kyrie und endet in großem Jubelgesang, begleitet von Trompeten- Fanfaren. Mozart verwendet die Thematik des Schlusssatzes später in zwei Arien seiner Oper "Così fan tutte".

Übrigens stammt der Name Krönungsmesse nicht von Mozart, sondern tauchte erst über acht Jahrzehnte nach Mozarts Tod erstmals auf. Vermutlich weil das Werk während der Krönungsfeierlichkeiten Leopolds II in Prag und –nach dessen plötzlichem Tod –für Franz I aufgeführt wurde.

Kirchenmusik St. Augustin 2003, Johannes Leopold Mayer / u.a. Quellen

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