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Rhythmische Messe  << zurück

Paul Schweden (1930)

Die Rhythmische Messe des deutschen Komponisten Paul Schweden (geboren 1930) stammt aus dem Jahre 1971 und ist bis dato das bekannteste Werk Schwedens. Es erfreut sich seit vielen Jahren
einer grossen Beliebtheit bei jeglichen Kirchenchören im deutschsprachigen Raum. Nur ein Grund für diese Popularität mag die deutsche Variante des lateinischen Messtextes sein, welchen
Schweden seiner Musik unterlag. Doch dürften es wohl auch die rhythmisch anspruchsvollen Elemente dieser Musik sein, welche die ganze Messe in mannigfaltiger Form durchziehen.
Dies beginnt bereits im formal einfach gehaltenen, andächtig bittenden „Herr, erbarm’ Dich unser“ (das liturgische Kyrie), wo die führende Sopranstimme zusammen mit der Orgel synkopierte und triolische Figuren im Gegensatz zum homophonen Chorsatz der darunterliegenden Stimmen gestaltet. Bereits im Gloria wird das liturgische Grundelement der Messe offenbart. Die triumphale
wiederkehrende Invokation des Soprans („Ehre sei Gott in der Höhe“), welche gegen Schluss in das Unisono aller Stimmen („Du sitzest zur Rechten des Vaters“) gipfelt, duelliert sich mit responsorialen Wechselgesängen zwischen Frauen- und Männerstimmen. Und trotzdem findet dazwischen noch ein tief ergreifendes Bitten („Du nimmst hinweg die Sünden der Welt“), eine der schönsten Passagen der Messe, in wunderbaren Klangfarben Platz.
Ein mancher mag an dieser Stelle mit dem Glaubensbekenntnis, dem Credo rechnen. Auf diesen Messteil hat Schweden wohl bewusst verzichtet, um seinem Werk wegen des langen Credo-
Textes keine unnötige Länge zu verabreichen und den Missa-brevis-Charakter zu bewahren. Nichtsdestoweniger lässt das „Heilig, heilig, heilig“ (Sanctus) keine rhythmischen Wünsche offen. Eine eingängige Melodie, die wie ein fetziger Gassenhauer durch die Kirchenbänke stürmt, kombiniert Sanctus und Benedictus mit leichtfüssigen Hosanna-Rufen welche schlanke Lebensfreude anstelle von prunkvollem Pathos hervorheben.
Der flehende Charakter wird dann im „O Du Lamm Gottes“ (Agnus Dei), wieder in der Anfangstonart d-Moll, nochmals in zweierlei Arten deutlich: erst im dreimal wiederholten Unisono aller Stimmen, welche mit Nachdruck um die Hinwegnahme der Sünden durch das Lamm Gottes bitten; und danach in einem spannungszerreissenden, harmonisch schon fast überladenen „Erbarm’ Dich unser“, das in die Reprise des Kyrie mündet. Nochmals werden die gemeinsamen
Erbarmungsgedanken von Kyrie und Agnus Dei andächtig aufgegriffen, ehe ein „Herr, gib uns den Frieden“ die Messe leise verhallend beschliesst.

Quelle: http://www.maennerchor-dornach.ch/programmheft-pfingsten09.pdf

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